Teufelskralle fürs Pferd: Nutzen, Dosierung und Grenzen

Teufelskralle ist eine der am häufigsten eingesetzten Heilpflanzen bei Pferden mit Gelenk- und Rückenproblemen. Doch wie gut ist die Wirkung wirklich belegt, für wen ist sie geeignet und was musst du bei der Dosierung beachten? Dieser Ratgeber gibt dir den nüchternen Überblick.

Was ist Teufelskralle – und warum heißt sie so?

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine südafrikanische Heilpflanze aus der Trockensavanne Namibias und Südafrikas. Ihren Namen verdankt sie ihren hakenförmigen Früchten – nicht ihrer Wirkung. Medizinisch genutzt wird die Wurzel, die vor allem Harpagosid enthält, den Hauptwirkstoff mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften.

Wie wirkt Teufelskralle?

Harpagosid hemmt die Produktion von Prostaglandinen und Leukotrienen – entzündungsfördernden Botenstoffen, die bei Arthrose, Muskelschmerzen und Sehnenproblemen erhöht sind. Die Wirkung ist entzündungshemmend und leicht analgetisch (schmerzlindernd). Verglichen mit NSAIDs (klassischen Schmerzmitteln) ist die Wirkung schwächer, dafür mit deutlich weniger Nebenwirkungen verbunden – kein Magenrisiko, keine Nierenstress bei längerer Anwendung.

Wann ist Teufelskralle sinnvoll?

  • Leichte bis mittlere Arthrose der Gelenke (Sprunggelenk, Fesselgelenk, Rückengelenke)
  • Rückenprobleme (Kissing Spines, myofasziale Verspannungen)
  • Chronische Entzündungen der Sehnen und Bänder
  • Dauerhafte Erhaltungstherapie als natürliche Alternative zu NSAID-Dauergabe
  • ⚠️ Nicht bei akutem Schmerzgeschehen – hier wirkt sie zu langsam

Dosierung: Das ist bei Pferden zu beachten

ProduktTages-Dosis (500 kg Pferd)Wirkstoffgehalt
Teufelskrallenpulver20–30 g täglichca. 1–2 % Harpagosid
Teufelskrallen-Extrakt (5:1)4–6 g täglichca. 5–10 % Harpagosid
Fertigpräparat (Tabletten)nach HerstellerangabeHarpagosid-Gehalt prüfen

Wichtig: Teufelskralle wirkt kumulativ – plane mindestens 4–6 Wochen ein, bevor du das Ergebnis bewertest. Die Wirkung hält nur bei regelmäßiger Gabe an. Absetzpause nach 6–8 Wochen (2 Wochen Pause) empfohlen, um Magen-Darm-Trakt zu entlasten.

Wann sollte Teufelskralle nicht gegeben werden?

  • Magengeschwüre – kann die Magensäureproduktion anregen
  • Trächtigkeit – kann Wehen auslösen (uterusstimulierend)
  • Gleichzeitige NSAID-Gabe – Wechselwirkungen möglich
  • Vor Wettkampf – Harpagosid ist in einigen Disziplinen dopingrelevant (FEI-Liste prüfen!)

Mehr zum Thema: Alle natürlichen Ansätze bei Arthrose und Gelenkproblemen beim Pferd findest du in unserem großen Guide: Arthrose & Gelenke beim Pferd natürlich behandeln.

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